Medizinische Kleintierklinik
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Krankheiten

Was ist das „maligne Lymphom“?

Das maligne Lymphom ist ein bösartiger Tumor ausgehend von bestimmten weißen Blutkörperchen (Lymphozyten). Diese finden sich vor allem in Lymphdrüsen (Lymphknoten), Leber und Milz. In selteneren Fällen können Tumorzellen das Knochenmark, die Haut, Nieren oder den Magendarmtrakt sowie die Lunge befallen.Eine auslösende Ursache für diesen Tumor ist nicht bekannt, jedoch sind häufiger große Hunderassen, wie z.B. Berner Sennenhunde und Golden Retriever betroffen.

Woran erkenne ich, dass mein Tier erkrankt ist?

In den meisten Fällen fallen durch Tumorzellen vergrößerte Lymphknoten auf. Beim Hund befinden sich diese am Übergang vom Unterkiefer zum Hals, in der Kniekehle und in der Leiste. Meist geht es den betroffenen Hunden anfangs sehr gut. Mit Fortschreiten der Erkrankung verlieren sie den Appetit, werden lustlos und träge. Es können auch vermehrte Wasseraufnahme und vermehrter Urinabsatz auffallen, da es in manchen Fällen zu einer Erhöhung von Kalzium im Blut (Hyperkalzämie) kommt, was diese Symptome verursacht.Bei Tieren mit einem selten vorkommenden malignen Lymphom der Haut fallen zuerst Hautveränderungen wie Haarlosigkeit, Rötungen oder Juckreiz auf. Wenn die Lunge betroffen ist, zeigen die Hunde meist Kurzatmigkeit und/oder Husten. Bei Befall des Magen-Darm-Trakts kommt es zu Gewichtsverlust, Erbrechen und/oder Durchfall.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei Vergrößerung der Lymphknoten kann eine sogenannte Feinnadelaspiration durchgeführt werden. Hierfür werden mit einer feinen Nadel Zellen aus dem betroffenen Lymphknoten entnommen, auf einem Objektträger ausgestrichen, gefärbt und mikroskopisch untersucht. In den meisten Fällen kann so der Tumor sicher diagnostiziert werden. In selteneren Fällen ist eine Entnahme von Gewebestücken (Biopsie) bzw. eines gesamten Lymphknotens notwendig. Dieses Gewebe wird dann ebenfalls mikroskopisch untersucht.Das maligne Lymphom kann in einen B- und T-Zell-Typ eingeteilt werden, je nachdem welche Lymphozyten betroffen sind. Lymphome vom T-Zell-Typ sind meist schwieriger zu therapieren und die Tiere besitzen eine kürzere Lebenserwartung. Diese Form kommt bei ca. 15% der betroffenen Hundse vor. Eine Differenzierung von T- und B-Zellen erfolgt ebenfalls anhand eines Feinnadelaspirats. Zusätzlich wird untersucht, wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist. Das heißt, es werden Röntgenbilder des Brustkorbs und somit der Lunge, ein Ultraschall des Bauchraums mit besonderem Augenmerk auf Leber und Milz sowie eine Blutuntersuchung und wenn nötig eine Knochenmarksuntersuchung durchgeführt. Dieser Vorgang wird als Tumorstaging bezeichnet. Es ist notwendig, da hiervon die Prognose abhängt, denn je weiter sich der Tumor bereits im Körper ausgebreitet hat, desto geringer ist im Allgemeinen die Lebenserwartung.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Therapie der Wahl ist eine Chemotherapie. Da dieser Tumor sich über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreitet, ist eine chirurgische Entfernung des gesamten Tumors nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Durch eine Chemotherapie werden die schnell wachsenden Tumorzellen effektiv abgetötet und zurückgedrängt. Weitere Informationen zur Chemotherapie finden sie in unserem Informationsblatt „Chemotherapie“.Bei Tumoren, die gegen eine Chemotherapie resistent sind, kann eine Bestrahlung versucht werden, da Lymphomzellen auch auf Bestrahlung sehr sensibel reagieren. Hierfür ist jedoch eine Vollnarkose nötig. Die nächsten Bestrahlungseinheiten befinden sich an der Uniklinik Zürich und der Tierklinik Hofheim.