Medizinische Kleintierklinik
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World Antibiotic Awareness Week

10.11.2017

IMG_8052_bearb.FBAntibiotikaresistente Erreger bedrohen die Gesundheit von Mensch und Tier. Was so dramatisch klingt, ist auch tatsächlich eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Einfache Infektionen oder kleine operative Eingriffe können plötzlich wieder lebensgefährlich werden. Nicht ohne Grund ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 13. bis 19. November wieder zu einer „World Antibiotic Awareness Week“ auf.

Resistenzen entstehen vor allem dort, wo Bakterien vermehrt mit Antibiotika aufeinandertreffen: in Kliniken und in großen Tierhaltungsbetrieben. Um zu überleben, mutieren die Bakterien; sie verändern ihr Erbgut so, dass ihnen einzelne Antibiotika immer weniger und schließlich gar nichts mehr anhaben können. Dann sind die Erreger resistent. Diese Fähigkeit können sie vererben.

Multi- oder mehrfachresistente Erreger (MRE) sind gleichzeitig gegen verschiedene Antibiotikagruppen resistent geworden. Im Falle einer Infektion mit MRE sind die Behandlungsmöglichkeiten stark eingeschränkt.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ergriff daher 2014 die Initiative und förderte die Einrichtung der interdisziplinären „Arbeitsgemeinschaft Resistente Erreger in der Veterinärmedizin“ (ARE-Vet). Diese setzt sich zusammen aus Vertretern der Bereiche Agrarwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Veterinärmedizin.

Auch die Medizinische Kleintierklinik misst dem achtsamen Umgang mit Antibiotika größte Bedeutung bei. Oberärztin Dr. Bianka Schulz ist Mitglied der ARE-Vet und Vorsitzende der 2016 gegründeten Facharbeitsgruppe Klein- und Heimtiere der ARE-Vet.

Die Gesundheit von Mensch und Tier lässt sich bei diesem Thema nicht trennen. Daher arbeitet die ARE-Vet eng mit der Humanmedizin zusammen. Alle Teilnehmer sind sich einig: Aufklärung und Information spielen eine zentrale Rolle bei der Vermeidung von Antibiotikaresistenzen. Daher soll der interdisziplinäre Austausch weiter intensiviert und der multimediale Auftritt in der Öffentlichkeit verstärkt werden.